Woyzeck überschreiben

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Intro

Vier TänzerInnen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen rekonstruieren die Bewegungen und Sprechweisen von SchauspielerInnen in ihren Verkörperungen des "Woyzeck"-Personals verschiedener früherer Inszenierungen und entwickeln daraus eine Choreografie. Als was können die historischen Gesten eines Schauspielers lesbar werden, wenn TänzerInnen sie rekonstruieren, re-enacten, nachschreiben in dem Bewusstsein, dass es sich um das Material Abwesender handelt? Welche Körper, welche Identitäten, welche Präsenzen bringt diese Konfrontation hervor?

Mit dieser Auseinandersetzung entsteht ein Archiv der Erinnerungen und damit verbunden natürlich die Frage, wie ein Umgang mit einem kulturellen Gedächtnis heute möglich ist.

"Die Verweigerung des Überblicks"

Olivier Ortolani Worin besteht für Sie das Gemeinsame zwischen Büchner und dem frühen Brecht. Im Unfertigen, Eruptiven, Fragmentarischen…

Heiner Müller Ich weiß nicht, aber es ist vielleicht zu einfach, wenn man sagt fragmentarisch. Es ist eher eine bestimmte Art von Wahrnehmung. Einfach, wie zum Beispiel im "Lenz", die Verweigerung des Überblicks oder die Verweigerung der Weltanschauung, bevor man die Dinge gesehen hat. Es ist eher ein erschrockener Blick auf die Dinge, man sieht Situationen, man sieht Wirkliches, man sieht Dinge, man sieht Situationen, man sieht Menschen. Und das Insistieren auf diesen erschrockenen Blick, der einhergeht mit der Verweigerung des Überblicks oder der Distanz. Die Distanz entsteht dann aus dem Schrecken über das Detail. Das ist Büchner. Als Büchner anfing zu schreiben, verhielt er sich ja auch sehr polemisch gegen die herrschende Ästhetik, gegen Schiller und dessen Versuch, Stoff unter eine Idee zu subsumieren und Wirklichkeit unter ein ästhetisches Programm zu bringen.

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Der Mensch ist in die Jahre gekommen

Thomas Irmer Kein Jahrhundert hat so viele beanspruchte Erneuerungen des Theater und vor allem technische Neuerungen im Theater gesehen wie dieses. Da erscheint es paradox, daß sich die Theatermacher genauso wie das Publikum am liebsten über die Krise des Theaters unterhalten.

Durs Grünbein Der Mensch ist in die Jahre gekommen und mit ihm die gängigen Vorstellungen vom Menschen. Wir haben erlebt, wie fragwürdig die Darstellung des Menschen in allen Künsten geworden ist. Auch auf dem Theater ist dieses Wesen nicht mehr ganz so neu. Die Konflikte sind redlich ausgeschöpft, die Handlungsmuster lassen sich fast in ein Periodensystem bringen. (...) Das Theater ist auf dem besten Wege, an seiner Rhetorik zu ersticken. Während der Mensch im sozialen Orbit verschwindet, sich auflöst in seine tausend Funktionen. (...) Theater ist auf gesellschaftliche Ideen und Konflikte angewiesen. Dichtung kann sich für eine Weile zurückziehen. Wenn die Ideen verbraucht sind, wird es schwer, dann bleibt nur die Hinwendung zum Artverhalten.

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Sehnsucht nach einem Theater des Asozialen

Von Matthias Langhoff

Seitdem die überlieferten Handschriften Büchners mit den WOYZECK-Szenen aufgefunden wurden, tobt ein lebhafter Streit zwischen den Philologen, Literaturwissenschaftlern und Theaterleuten, in welchem Sinne Büchner wohl das Material zu einem ganzen geordnet hätte. Jeder beansprucht für sich die wahrscheinlich richtigste Lösung, verweist aber darauf, daß das Material so fragmentarisch ist daß man nichts Genaues sagen kann. (...) Der Ausgangspunkt war da immer der Kriminalbericht von einem Mord und das Eifersuchtsmotiv das zum Mord führte. Ausgehend von diesen beiden Eckpfeilern ordnete man das Material nach kausalen Zusammenhängen, nach der wahrscheinlichen Reihenfolge der Begegnungen und Ereignisse, wie sie Schritt für Schritt auf den Mord zugehen. Dabei wird immer vorausgesetzt, daß Büchner ein dokumentarisch-pyschologisch-sozialkritisches Drama vor Augen hatte, also eine gängige Dramaturgie mit aufklärerisch erzieherischem Effekt.

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Team

Termine

Berlin

Theaterdiscounter · Klosterstraße 44 · 10179 Berlin (U-Bahnhof Klosterstrasse)

23.03. 2012, 20.00 h (Premiere)
24.03. 2012, 20.00 h
28.03. 2012, 20.00 h
29.03. 2012, 20.00 h

München

i-camp/neues theater münchen · Entenbachstraße 37 · 81541 München

20.04. 2012, 20.30 h
21.04. 2012, 20.30 h

Köln

BarnesCrossing · Industriestraße 170 · 50999 Köln

5.12. 2012, 20.00 h
6.12. 2012, 20.00 h

Presse

Blutleere Gespenster

Heiner Müller hielt Büchners 'Woyzeck' für einen 'vielfach vom Theater geschundenen Text'. Das Fragment gebliebene Soldaten-Drama gehört zum Standardrepertoire. Artikel weiterlesen...
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"Woyzeck" einmal ganz anders

19. April 2012 - Der junge Regisseur Sebastian Blasius hat dazu nicht mit Schauspielern gearbeitet – sondern mit Tänzern. Artikel weiterlesen...
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Fragmente zum Fragment

29. März 2012 - Eine ungeheure Sache, ein Schauspiel ohnegleichen, so urteilt Rainer Maria Rilke 1915 in einem Brief über Büchners "Woyzeck". Artikel weiterlesen...
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Spotlight on WOYZECK ÜBERSCHREIBEN

21. März 2012 - For the first time ARTCONNECT BERLIN dedicates a spotlight to the multifarious off-theater-scene in Berlin. Artikel weiterlesen...
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WOYZECK ÜBERSCHREIBEN

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Bilder

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"Die Verweigerung des Überblicks"

Olivier Ortolani Worin besteht für Sie das Gemeinsame zwischen Büchner und dem frühen Brecht. Im Unfertigen, Eruptiven, Fragmentarischen…

Heiner Müller Ich weiß nicht, aber es ist vielleicht zu einfach, wenn man sagt fragmentarisch. Es ist eher eine bestimmte Art von Wahrnehmung. Einfach, wie zum Beispiel im "Lenz", die Verweigerung des Überblicks oder die Verweigerung der Weltanschauung, bevor man die Dinge gesehen hat. Es ist eher ein erschrockener Blick auf die Dinge, man sieht Situationen, man sieht Wirkliches, man sieht Dinge, man sieht Situationen, man sieht Menschen. Und das Insistieren auf diesen erschrockenen Blick, der einhergeht mit der Verweigerung des Überblicks oder der Distanz. Die Distanz entsteht dann aus dem Schrecken über das Detail. Das ist Büchner. Als Büchner anfing zu schreiben, verhielt er sich ja auch sehr polemisch gegen die herrschende Ästhetik, gegen Schiller und dessen Versuch, Stoff unter eine Idee zu subsumieren und Wirklichkeit unter ein ästhetisches Programm zu bringen. (...)

Olivier Ortolani Interessant ist auch Büchners Interesse für Menschen, die am Rande stehen, im Sozialen und Mentalen: Woyzeck und Lenz, wobei auffällt, daß beide Texte Fragment geblieben sind. Hundert Jahre später bewegt sich dann wieder ein Jahrhunderttext im Asozialen und bleibt auch Fragment: Brechts "Fatzer". Man hat den Eindruck, als ob das Asoziale sich auch asozial gegenüber seiner Darstellung verhalten würde.

Heiner Müller Es gibt so ein primitives Beispiel: der Kriminalfall Woyzeck. Woyzeck hat seine Geliebte erstochen in einem Hausflur. Bei Büchner passiert das an einem Teich beim Mondschein. Das ist so ein Rest Romantik. Es war für ihn noch nicht möglich, daß es so trivial im Hausflur passiert. Ich glaube, diese Trivialität paßte nicht in das Formenarsenal, das er kannte. Er hat die Tat zum Schicksal gemacht. Es zum Schicksal zu machen, ist vielleicht letztlich doch ein Ausweichen vor der Einsicht in die ganz nackten ökonomischen Zwänge. Man braucht das Kostüm von Schicksal, um das zu beschreiben.

Aus: Olivier Ortolani: Georg Büchner - Die Verweigerung des Überblicks. (Interview mit Heiner Müller). In: Im Kalkfell. Für Heiner Müller. Ein Arbeitsbuch. Herausgegeben von Frank Hörnigk. Berlin, 1996.

Der Mensch ist in die Jahre gekommen

Thomas Irmer Kein Jahrhundert hat so viele beanspruchte Erneuerungen des Theater und vor allem technische Neuerungen im Theater gesehen wie dieses. Da erscheint es paradox, daß sich die Theatermacher genauso wie das Publikum am liebsten über die Krise des Theaters unterhalten.

Durs Grünbein Der Mensch ist in die Jahre gekommen und mit ihm die gängigen Vorstellungen vom Menschen. Wir haben erlebt, wie fragwürdig die Darstellung des Menschen in allen Künsten geworden ist. Auch auf dem Theater ist dieses Wesen nicht mehr ganz so neu. Die Konflikte sind redlich ausgeschöpft, die Handlungsmuster lassen sich fast in ein Periodensystem bringen. (...) Das Theater ist auf dem besten Wege, an seiner Rhetorik zu ersticken. Während der Mensch im sozialen Orbit verschwindet, sich auflöst in seine tausend Funktionen. (...) Theater ist auf gesellschaftliche Ideen und Konflikte angewiesen. Dichtung kann sich für eine Weile zurückziehen. Wenn die Ideen verbraucht sind, wird es schwer, dann bleibt nur die Hinwendung zum Artverhalten. Nach dem Individuum kommt der Typus, nach dem Seelendrama die Choreografie und der Slapstick der Körper. Doch es scheint, daß die Erkundung des Körpers nur außerhalb der großen Theater geschieht. Das fing in den 1970er Jahren (mit den freien Gruppen) an. (...) Nach der rituellen, psychologischen, sozialen du ethnologischen Analyse des Menschen auf dem Theater blieb irgendwann nur noch die Studie des dysfunktionalen Körpers. (...) Das Menschenbild schillert in all seinen Facetten (und) der Effekt ist am Ende die Konzentration auf die Darstellung des Darstellens. (...) Wahrnehmungsvorgänge selbst werden dargestellt. Die Frage, wie sehen wir, wenn wir sehen, wie hören wir usw. Und wie verständigen wir uns über das da draußen. Die Frage der Konstruktion von Realität also.

Aus: Durs Grünbein: Der Mensch ist in die Jahre gekommen – Durs Grünbein im Gespräch mit Thomas Irmer. In: TheaterKulturVision – Arbeitsbuch 5. Herausgegeben von Therese Hörnigk, Bettina Masuch, Frank Raddatz. Berlin, 1999.

Sehnsucht nach einem Theater des Asozialen

Von Matthias Langhoff

Seitdem die überlieferten Handschriften Büchners mit den WOYZECK-Szenen aufgefunden wurden, tobt ein lebhafter Streit zwischen den Philologen, Literaturwissenschaftlern und Theaterleuten, in welchem Sinne Büchner wohl das Material zu einem ganzen geordnet hätte. Jeder beansprucht für sich die wahrscheinlich richtigste Lösung, verweist aber darauf, daß das Material so fragmentarisch ist daß man nichts Genaues sagen kann. (...) Der Ausgangspunkt war da immer der Kriminalbericht von einem Mord und das Eifersuchtsmotiv das zum Mord führte. Ausgehend von diesen beiden Eckpfeilern ordnete man das Material nach kausalen Zusammenhängen, nach der wahrscheinlichen Reihenfolge der Begegnungen und Ereignisse, wie sie Schritt für Schritt auf den Mord zugehen. Dabei wird immer vorausgesetzt, daß Büchner ein dokumentarisch-pyschologisch-sozialkritisches Drama vor Augen hatte, also eine gängige Dramaturgie mit aufklärerisch erzieherischem Effekt. Meine Überlegung (...) geht von einer anderen Vermutung aus: daß Büchner selbst nicht glaubte, die Geschichte so erzählen zu können; daß gerade eine Kausalität, eine Unterordnung der Ereignisse unter das Prinzip des klärenden Zusammenhangs, eine Beweisführung wie vor Gericht, nur zur Unwahrheit und Verfälschung der Geschichte führt. Es ist viel wahrscheinlicher, daß Büchner ein Drama ganz anderer Bauart vorschwebte, eine Materialsammlung, bei der nur das Ungeordnete Rückschluß zulässt, also eine wahrhaft revolutionäre Dramaturgie, die nicht mehr auf die Erklärung einer Geschichte aus ist, sondern eine Geschichte, die von Unklarheiten lebt und so durch dieses Aufeinandertreffen von nicht Zusammengehörendem auf eine Welt hinter der Geschichte zielt, die als einzige Aufschluß geben kann. So gesehen sind die fünf aufgefundenen Handschriften nicht bruchstückartige Notizen, aus denen Büchner noch ein Ganzes zusammenbauen wollte, sondern fünf unterschiedliche Folgen einer Geschichte, die in ihrer jeweiligen Abfolge bewußt unzusammenhängend bleiben wollen, eine Dramaturgie, die nach dem Muster eines Gedächtnisses funktioniert, das gesammelte Erfahrung wiedergibt in der Reihenfolge, wie es sich in ihm eingeprägt hat, ohne sich an dem Kruden zu stören. Solch eine Dramaturgie versucht nicht zu objektivieren, sondern beharrt auf extremer Subjektivität und Unvollkommenheit, d.h. es wird nicht so getan, als ob man eine Geschichte richtig erzählt, sondern der das Gedächtnis färbende Faktor des jeweils subjektiven Interesses wird mit der Geschichte mitgeliefert und zum Bestandteil der Geschichte gemacht.

Aus: Matthias Langhoff: „Zu Büchners 'Woyzeck' – Sehnsucht nach einem Theater des Asozialen“ in: Theater heute 22 (1981).

Cristina Nyffeler

Bühne / Kostüm

Cristina Nyffeler, geboren in Bern, studierte Bühnen- und Kostümbild an der Universität für Angewandte Kunst Wien, an der Berliner Kunsthochschule Weissensee und an der Universität der Künste, Berlin.

Seit dem Abschluss ihres Studiums 2008 ist sie als freie Bühnen- und Kostümbildnerin in den Bereichen Schauspiel, Oper und Tanz tätig. Sie arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Pierre Audi, Samuel Schwarz, David Hermann, Anisha Bondy und dem Choreographen Nir de Volff zusammen an der Komischen Oper, am HAU und an den Sophiensaelen Berlin, am Holland Festival, am Schauspielhaus Wien und an der Deutschen Oper am Rhein.

2009 war sie Stipendiatin des Internationalen Forums des Theatertreffens in Berlin.

www.cristinanyffeler.com

Andreas Mihan

Licht

Andreas Mihan arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Medienkunst und Programmierung und ist als Regisseur, Videokünstler und Lichtdesigner im Stadttheater tätig. Darüberhinaus bildet sein theaterpädagogisches Engagement einen wichtigen Teil seiner Arbeit. Aktuelle Projekte sind Don Juan am Hessischen Landestheater Marburg (gemeinsam mit René Liebert Lichtdesign, 25. / 26. / 27. Juli 2012 Festspiele Dreieichenhain), Homburg : Apocalypse am Theater die bühne der Technischen Universität Dresden (Regie, Premiere 22. Oktober 2011) und Woyzeck überschreiben (AT) am Theaterdiscounter Berlin. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen und lebt und arbeitet in Dresden und im Rhein-Main-Gebiet. Seit Beginn der Spielzeit 2011/2012 ist er Künstlerischer Leiter der Bühne, des Theaters der Technischen Universität Dresden.

www.andreasmihan.de

Sebastian Blasius

Regie / Choreografie

Sebastian Blasius, geboren 1979 in Krefeld, Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen, u.a. bei deufert + plischke, Laurent Chétouane und Mathilde Monnier; zuvor auch Arbeit als bildender Künstler und Musiker; er war Regieassistent am Schauspielhaus Bochum. Derzeit Arbeit als Regisseur, Choreograf, Theaterwissenschaftler und Dozent; verschiedene Publikationen u.a. zu Samuel Beckett und zum Theorem der Präsenz. Seine derzeitige künstlerische Recherche untersucht, wie sich historische Schauspielinszenierungen mit Tänzern re-enacten lassen, um dieses wieder hervorgebrachte Material schließlich mit eigenen, alternativen Fragestellungen zu durchsetzen. Bisherige Projekte dieser Auseinadersetzung sind: "Appropriation. Parasiten. Krapp's last tape" (2009/10) und "Present Continuous Past(s)" (2011).

Daniel Franz

Dramaturgie

Daniel Franz, geboren 1983 in Jena, studierte Philosophie, Film- und Theaterwissenschaft in Berlin und Mainz bevor er 2006 an das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Giessen wechselte. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren sowohl wissenschaftlich als auch ästhetisch mit der Frage des Subjekts in Film, Theater, Tanz und Performance. Erste Veröffentlichungen zu diesem Thema.

Er führte Regie bei "Keiner ist böse und keiner ist gut" nach Rainer Werner Fassbinder (2008), "Traumtext (1995)" nach Heiner Müller und zuletzt 2010 bei "LA COQUILLE" nach Elfriede Jelineks "er als nicht er", das für 2011 zum ITs Festival nach Amsterdam eingeladen wurde.

Als Dramaturg unterstützte er den Regisseur den Regisseur Sebastian Blasius bei der Inszenierung "APPROPRIATION.PARASITEN.KRAPP'S LAST TAPE." (2009) und "Present Continuous Past(s)" (2011). Ihre Arbeiten waren unter anderem in Antwerpen, Berlin, Aarhus, Kassel, Frankfurt/Main und Bremen zu sehen. Ebenfalls 2011 begleitete er als Dramaturg die Inszenierung "Exil Lear" von Luise Voigt, die zum Treibstoff-Festival Basel eingeladen wurde und zusätzlich am Landestheater Marburg zu sehen war. Überdies ist er Regisseur zahlreicher Kurzfilme, so etwa "Perspektivenarchitektur" oder "singular plural sein". Sein erster Spielfilm "ausweglos" wurde 2004 mit dem Förderpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet. Für seine Publikation "; (Semikolon)" erhielt er gemeinsam mit Jana Aylin Hochmann, Kathrin Roussel und Johanna Manzewski den TDC-Award 2010 des Type Directors Club in New York.

Sigal Zouk

Performance

Sigal Zouk wurde in Israel geboren und studierte dort Tanz an der Emek Yizreeldance scholl. Anschließend tanzte sie im Ensemble von "Batsheva" unter der Leitung von Ohad Naharin und Naomi Perlov. 1997 zog sie nach Berlin um mit Helge Musial, Joseph Timm und Luy Dunbery zu arbeiten. Anschließend wurde sie Mitglied im Ensemble von "Sasha Waltz & guests" wo sie bis 2004 tanzte. Ab 2005 engagierte sie Meg Stuart für ihr Ensemble. Sigal Zouk tanzte dort in den Stücken "replacement", "maybe forever" und "all together now". Seit "maybe forever" arbeitet sie auch konzeptuell mit Meg Stuart zusammen, etwa als choreografische Assistenz oder als Dramaturgin wie zuletzt in "violet" von Meg Stuart/ damaged good. Seit 2007 arbeitet sie kontinuierlich mit dem Regisseur und Choreograph Laurent Chétouane zusammen. Sie entwickelten zahlreiche Produktionen im Tanz- und Theaterbereich, so etwa "Tanzstück #2", "Tanzstück #3: Doppel/ Solo/ Ein Abend", "Tanzstück #4: leben wollen (zusammen)" und "horizon(s)" sowie "Faust 2" (DNT Weimar), "Empedokles/Fatzer" und "Dantons Tod" (Schauspiel Köln) und "Publikumsbeschimpfung" (Theater am Neumarkt).

Arantxa Martínez

Performance

Arantxa Martínez studierte Ballett und zeitgenössischen Tanz in Madrid. 1999 nahm sie zusätzlich an einem Ausbildungsprogramm am National Choreografic Center von Montpellier in Frankreich teil. Seitdem arbeitet sie mit verschiedensten KünstlerInnen und ChoreographInnen zusammen, so etwa mit Antonia Baehr im Stück "For Faces", Juan Domínguez in "Blue" und mit Isabelle Schad & Simone Aughterlony in "Sweet Dreams". Mit Eszter Salamon entwickelte sie "Without you i'm nothing" und "Reproduction". Zahlreiche Engagements bei namhaften ChoreographInnen wie Tino Segal, Massimo Furlan, Martine Paisani, Alexandre Roccoli, Philippe Saire und Mathilde Monnier.

Ferner wirkte sie in verschiedenen Videoarbeiten von Pauline Boudry und Renate Contagious, Emmanuelle Antilles und Delphin Ste. Marie mit und entwickelt kontinuierlich in verschiedenen Kolaborationen ihre eigenen Arbeiten. So 1999 "de l'impatience de celui qui regarde dormir", 2003 "Trofeo", 2007 "Jota, a folk striptease in 4" und "al oste del Pecos". Zuletzt war das Stück "The Present", welches sie gemeinsam mit Lola Rubio und Yara Burkhalter entwickelte, unter anderem 2011 beim Festival "Tanz im August" zu sehen.

Eduard Mont de Palol

Performance

Eduard Mont de Palol, geboren 1976 in Girona, studierte Humanwissenschaften und Anthropologie bevor er 2002 als Performer mit verschiedenen Choreographen und Musikern zu arbeiten begann. Unter Ihnen unter anderem Martine Pisani, Petra Sabisch, Arantxa Martínez, Isabelle Schad, Christian Garcia und Mil Presetas. Ferner übersetzte er Boris Vian, Christophe Fiat und William S. Burroughs ins Catalanische.

Ludger Lamers

Performance

Ludger Lamers ist Tänzer, Choreograph und Pädagoge für zeitgenössischen Tanz, Improvisation und Echtzeit- Komposition. 18 Jahre Bühnen- und Lehrtätigkeit im In- und Ausland bestätigen eine umfangreiche Erfahrung in beiden Arbeitsfeldern. Auch die Zusammenarbeit mit zahlreichen Choreographen, besonders mit Lia Rodrigues, Mia Lawrence, Olga Mesa, Olga Roriz, Isabelle Schad und auch Musikern wie Carlos Zingaro, Robert Merdzo, Adriana Sá und Rüdiger Carl erweiterte seine Wahrnehmung in Tanz und Performance seit 1994. Im Jahr 2010 erhielt er den Förderpreis Tanz der LH München, die auch seine derzeitige Projektarbeit fördert.

Seine pädagogische Arbeit widmet sich derzeit dem Grenzbereich zwischen bewusster Echtzeit- Gestaltung und unreflektiertem Folgen spontaner Impulse. Auch die Phänomenologie des Schwarmverhaltens ist Teil eines research- Projekts.

Ralph Würfel

Assistenz

Ralph Würfel, geboren 1965 in Magdeburg. Kulturmanager seit 1995. Arbeitete bei verschiedenen Theatern und Theaterprojekten in den Bereichen Projektorganisation und Kulturmanagement, viele Jahre davon mitverantwortlich für den Aufbau und die Etablierung des Theaterfestivals "UNIDRAM" und des T-Werk in Potsdam. 2008-10 beauftragt mit der Leitung des „360°-Festivals“ sowie der Spielstätte des Theaterlabors im Tor 6 in Bielefeld.

2011 Gründung des Produktionsbüros „nützlich + schön“ in Köln, das Dienstleistungen für die freie Tanz- und Theaterszene anbietet. Interessiert sich vorrangig für Genre übergreifende Produktionen an der Schnittstelle von Tanz, Theater und Bildender Kunst.

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Rupert Jaud

Sound

Rupert Jaud, geboren 1986 in Traunstein, absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton beim Bayerischen Rundfunk (ARD) wo er seither als Techniker arbeitet. Seit Herbst 2011 studiert er Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen. Neben zahlreichen musikalischen Projekten (u.a. Bayerisches Landesjugend-Orchester), realisierte er Kurzhörspiele und Filmvertonungen und gestaltete das Sounddesign für Tanzperformances von Dali Touiti (Muc).

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Redaktion
Sebastian Blasius, Daniel Franz, 2012.

Konzept, Gestaltung, Programmierung
Steffen Lohaus